Erfahren – Skillful, Dorze Pottery, Guge Mountains, Ethiopia

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 1400

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Farbenfroh – Colourful, Dorze Pottery, Guge Mountains, Ethiopia

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 1000

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 1000

More from the Dorze pottery…here…
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Mit ruhiger Hand – Steady hands, Dorze Pottery, Guge Mountains, Ethiopia

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 900

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 900

Die Frau mit der ruhigen Hand… – The woman with the steady hands…

Dorze Töpferei – Dorze Pottery, Dorze Village, Guge Mountains, Ethiopia

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 1000

Nikon D3200; Nikkor 35(52)mm, F 1,8; F 1,8; 1/125 sec.; ISO 1000

Bei den Dorze


Die Dorze leben in den Guge Bergen nördlich von Arba Minch und gehören zu den Stämmen des sogenannten „Museums der Völker“ im Süden Äthiopiens, uralten Ethnien, die immer noch weitgehend so leben wie ihre Vorfahren. Einst waren die Dorze ein Volk der Jäger und Krieger, doch mit dem Verschwinden des Großwilds in der Region passten sich die Menschen an. Die etwa 28.000 Dorze, die heute noch in den Guge Bergen leben, bauen vor allem Enset, die „falsche Banane“, an, betätigen sich als Imker, betreiben Töpferei und sind berühmt für ihre Webstoffe, die überall im Land zu finden sind.




Beinahe ebenso berühmt wie für ihre Stoffe sind die Dorze für ihre ausgefallene Architektur. Die Hütten sind vollständig aus Enset-Blättern und Bambus geflochten, sind sehr hoch (anfangs bis zu 12 m), leicht und haben das Gesicht eines Elefanten, die heute in der Region ausgestorben sind. 40 Personen werden benötigt, um ein Dorze-Haus anzuheben und es – falls gewünscht – an einen günstigeren Standort zu tragen. Im Erdreich siedeln sich häufig Termiten an, die das Haus von unten her anknabbern, weshalb in regelmäßigen Abständen der Türstock etwas höher geschnitten wird und die Hütte auf diese Weise kontinuierlich schrumpft. Für Frischvermählte wird eine kleinere Version geflochten, in der das Paar unter sich bleiben kann und die später – nach dem Auszug des Sohnes und seiner Frau – als Küche oder Vorratsraum dient.




Es wirkt spielerisch einfach, wie die Dorze nur mit einer Art Spindel in der einen und einem Ballen Baumwolle in der anderen Hand diese zu dünnem, extrem weichem und gleichermaßen feinem Garn spinnen. Doch nach dem Selbstversuch wird klar: auch diese hohe Kunst kann erst mit jahrelanger Übung perfekt gelingen und dabei derart leicht aussehen. Die junge Frau, die bereits ihre Hütte für eine Besichtigung zur Verfügung gestellt hatte, beherrschte diese Kunst in eleganter und charmanter Manier, und ihr kokettierendes Lächeln zeigt, dass sie regelmäßig Gästen ihr Handwerk vorführt und durchaus konkrete Vorstellungen davon hat, wie sie auf einer Fotografie wirken und aussehen will.



Wie im Fall der Töpferei haben sich die Weber des Dorze Dorfes zu einer Kooperative zusammengeschlossen, und mit Hilfsgeldern wurde eine Weberei gebaut, in der heute viele Männer gleichzeitig unter kontrollierten und konstanten Bedingungen ihre Stoffe weben können. Weber, die nicht zur Kooperative gehören, weben zum Teil immer noch ihre Stoffe im Freien. Die Webstühle sind sehr primitiv, aber auch leicht und zum Teil sogar tragbar. Die Qualitäts- und Produktivitätssteigerung macht sich in jedem Fall bezahlt, sind die charakteristischen Stoffe der Dorze-Weber in Äthiopien heute doch beinahe omnipräsent. Besonders in den kalten Bergregionen des Nordens schätzt man die sehr warmen Stoffe, und so begegnen dem Reisenden auch in entlegenen Gemeinden weit weg von den Guge Bergen die typischen Stammesfarben und -muster der Dorze.






Enset oder Ensete (Ensete ventricosum) aus der Familie der Bananengewächse wird auch Zierbanane oder Abessinische Faserbanane genannt. Dabei handelt es sich um krautige, staudenartige Pflanzen, deren Ähnlicheit zur Banane ihr den Beinamen eintrug. Eigentlich besteht die Pflanze ausschließlich aus den nach mehreren Jahren Wachstum riesigen Blättern, deren Stiele sich über dem Boden jedoch zu einem Scheinstamm verdicken und eine Art Knolle bilden. Die Dorze schneiden diese Knolle auf und den unteren Teil der einzelnen Stiele in Streifen, aus denen sie mit scharfkantigen Bambusstäben das stärkehaltige Faserfleisch herausschaben. Der Faserbrei wird nochmals gehackt und – in Ensetblätter verpackt – für etwa drei Monate vergraben. In dieser „Reifezeit“ sorgt ein Gärprozess dafür, dass der Brei am Ende wie sehr strenger Käse riecht. Anschließend wird er mit Wasser und etwas Mehl zu Teig verarbeitet und als Fladen auf dem Feuer innerhalb weniger Minuten beidseitig gebacken. Dazu werden bei den Dorze traditionell Honig und die in ganz Äthiopien sehr beliebte und extrem scharfe Berbere-Paste – Hauptbestandteil ist das Nationalgewürz Berbere – gereicht. Der Geschmack ist für den ungeübten Gaumen äußerst gewöhnungsbedürftig und dürfte nur etwas für hartgesottene Käse-Fans sein. Die Enset-Pflanze ist in der Lage, in ihren sehr dicken, fasrigen Stielen große Mengen Wassers zu speichern und dadurch auch längere Trockenzeiten oder gar Dürren zu überstehen. Aus diesem Grund waren die Enset kultivierenden Stämme Südäthiopiens kaum betroffen von den großen Dürren und Hungersnöten im Äthiopien der 80er und 90er Jahre.






Aus der Notwendigkeit heraus, alles selbst herstellen zu müssen aufgrund der Abgeschiedenheit der Region, in der man lebt, entwickelten die Dorze die verschiedensten handwerklichen und kunsthandwerklichen Fähigkeiten. Die Stammesstrukturen sorgen dabei für eine klare Verteilung der einzelnen Aufgaben und Tätigkeitsfelder. Während die Männer Bau- und Ausbesserungsarbeiten, die körperlich schwere Arbeit mit den riesigen Enset-Pflanzen sowie das Weben der berühmten Stoffe zu ihren Aufgaben zählen, fällt den Frauen neben allen häuslichen Tätigkeiten einschließlich der Kindererziehung außerdem das Spinnen und Färben des zum Weben benötigten Garns und die Töpferei zu. Dazu verwenden die Dorze rötlichen Ton von den Ufern des Abbaye Sees, der mit schwarzem Lehm aus der näheren Umgebung der Dörfer in den Bergen vermischt wird. Beim Brennen verfärbt sich das Material zu einem satten, beinahe schwarzen Dunkelbraun. Gefertigt werden Alltagsgegenstände wie Vasen, Töpfe, Trinkgefäße, Schalen, aber auch Kunsthandwerkliches wie Figuren oder Tiere. Erst in zweiter Linie sind diese Produkte für den Verkauf an Touristen gedacht – vielleicht mit Ausnahme der Figuren. In der jüngeren Vergangenheit sorgten Hilfsorganisationen durch Projektfinanzierungen und Schulungen dafür, dass sich die zahlreichen einzelnen Produzenten zu Kooperativen zusammenschlossen und zu diesem Zweck Produktionsgebäude errichteten, um Qualität und Effektivität zu gleichermaßen zu steigern. Darüber hinaus wurden zusätzliche Vertriebswege erschlossen, weshalb etwa Stoffe und Töpferei-Produkte der Dorze überall in Äthiopien zu finden sind. Von solchen Initiativen profitieren tatsächlich alle in der Gemeinschaft – und sei es bloß durch den berechtigten Stolz auf die eigenen kulturellen Errungenschaften.



Für den Fotografen demonstriert Kiya, Fremdenführer und halber Dorze, die Tracht seiner Vorfahren, die noch Geparde, Flusspferde und Antilopen gejagt haben. Stolz ist man allerdings, die Traditionen mit den Errungenschaften der modernen Welt zu kombinieren und nicht länger als halbnackte Ausstellungsstücke für Touristen und Ethnologen zu posieren. Die Dorze-Jugend ist gespalten. Einerseits gibt es junge Menschen wie Kiya, die von einem Leben in Addis Abeba und einem modernen Beruf träumen, andererseits gibt es auch immer noch jene, die sich bewusst für das Bleiben entscheiden und den Lebensstil sowie die kulturellen Überlieferungen der Dorze weitertragen wollen. Nur mit der richtigen Balance kann dies tatsächlich gelingen.


Nkhotakota & Lake Malawi


Am Malawi-See hat man ständig das Gefühl, am Meer zu sein. Neben Malawi haben auch Tansania und Mosambik Anteile an dem See, doch der größte Teil gehört dem winzigen südostafrikanischen Land. Motorboote gibt es kaum entlang seines Ufers, dafür unzählige Einbäume und Dhows, traditionelle Fischerboote mit einem kleinen, aufstellbaren Mast und Segel. Diese Dhows können auch dann noch auf den See hinaus, wenn es für Einbäume schon zu gefährlich ist, doch irgendwann sind auch ihre Grenzen erreicht.
Weit wagen sich die malawischen Fisher auch bei höherem Wellengang hinaus auf den See. Sie fischen mit Netzen, die sie mit leeren Flaschen oder Kanistern markieren. Besonders abenteuerlich wirkt die Arbeit im Einbaum, wenn sie sich in dem sensiblen, schmalen Boot dazu auch noch hinstellen. Die Dhows, die kleinen Segler, können naturgemäß weiter hinaus fahren. Mit diesen Booten wird auch im Verbund gefischt, indem die Netze zwischen den Booten geführt werden. Das ist besonders effektiv, wenn sich gerade ein größerer Schwarm vor der Küste aufhält.

Wenige Kilometer südlich der Kleinstadt Nkhotakota liegt direkt am See die Nkhotakota Pottery, ein Ableger der Töpferei in Dedza, die ihr Zuhause südöstlich von Lilongwe an der mosambikanischen Grenze hat. Wie in Dedza verbindet man auch in Nkhotakota die reine Produktion und den Verkauf von Keramikwaren mit einer Lodge und Workshops für Besucher und Touristen. Der Inhaber ist ein Engländer, aber vor Ort arbeiten ausschließlich Einheimische. Solche Unternehmungen sind ein echte Chance, das Leben ganzer Gemeinden zu unterstützen und langfristig zu verbessern. Denn Touristen bedeuten in vielen Bereichen bessere Geschäfte und mehr Arbeit.
Nikon D3200; Nikkor 18-105mm, F 3,5-5,6; 40(60)mm; F 4,5; 1/60 sec.; ISO 160

Entlang des Ufers spielt sich alles am Strand ab. Neben diesem Farrahdfahrer erlebten wir Frauen, die die Kleidung der gesamten Familie auf den Steinen wusch, Familien, die am Strand picknickten, Hirten, die ihre Rinder täglich zum Tränken führten, Fischer, die Netze flickten, Fisch trockneten oder ihre Boote reparierten, und nicht zuletzt die vielen Kinder, für die der Strand Heimat bedeutet.


Der Strand ist Spielplatz und Heimat gleichermaßen für malawische Waisenkinder. Welch verheerende Schneise HIV, Malaria und andere Krankheiten in die Gesellschaft schlagen, ist schon an der bloßen Menge, die es von ihnen gibt, ersichtlich. Hier spielen Kinder aus dem nahen Waisenhaus kurz vor Sonnenuntergang in der Bucht direkt vor unserem Zeltplatz.