Bücher

Unterhaltungen deutscher Arbeitslosen, Ulf Krone, epubli 2014Unterhaltungen deutscher Arbeitslosen (epubli, 2014)

Im Geiste von Goethes „Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten“ lassen die „Unterhaltungen deutscher Arbeitslosen“ die Gattung des Novellenzyklus für das 21. Jahrhundert neu aufleben. Hier sind es jedoch keine Kriegsflüchtlinge vor dem Hintergrund der französischen Revolution mehr, die im Exil zusammensitzen und sich Geschichten erzählen, wie es in der Vorlage Johann Wolfgang Goethes, die 1795 in Friedrich Schillers Monatsschrift „Die Horen“ erschien, der Fall ist. Die „Unterhaltungen deutscher Arbeitslosen“ finden im Europa der großen Finanzkrise statt, in Deutschland, das viel zu vielen noch als letzte Bastion ökonomischer Stabilität sowie wirtschaftlichen Aufschwungs gilt. Am „Selbsthilfe-Stammtisch Arbeitsnotstand“ treffen sich Menschen aller Altersgruppen und Schichten, denen eines gemein ist: prekäre Beschäftigungsverhältnisse, wie es im bürokratischen Neu-Sprech so unverschämt verharmlosend heißt. Sie erzählen ihre Geschichten und solche, die sie von Freunden oder Kollegen gehört haben, und zeichnen damit das Bild der verheerenden Verwüstungen, die der postmoderne, globalisierte Kapitalismus im sozialen Gefüge hinterlässt. Auf diese Weise sind die „Unterhaltungen…“ literarisch auch eine Rückkehr zum Ursprung der Gattung der Novelle, zur mündlich weitergegebenen Erzählung, die eine neue und auf die eine oder andere Weise unerhörte Begebenheit betreffen. Diese Begebenheiten reichen vom Familiendrama über große Liebschaften bis hin zu einem grausigen Kriminalfall und einer deutsch-deutschen Abenteuergeschichte.

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Ulf Krone - TidenTiden (epubli, 2012)

Ein Familienroman der anderen Art, der beginnend in der Gegenwart rückwärts in der Zeit den Traumatisierungen seiner Protagonisten nachgeht.
Weshalb verbrachte die Französin Valerie Magnon ihr Leben mit einem deutschen Schriftsteller, nach allem, was ihr während der deutschen Besatzung angetan worden war? Welche Auswirkungen hatte ihre versöhnliche Art auf ihren Sohn Marcel, welche auf ihre Tochter Isabelle? Und warum kehrte Konrad Golding, Sohn einer Katholikin und eines Juden, nach dem Krieg in die Stadt zurück, in der seine Familie ausgelöscht worden war?
Kaum etwas ist wirklich vergangen, alles schwingt noch im Denken und Handeln der Gegenwart mit. Die Reaktionen auf vergangene Ereignisse pendeln hin und her, von einer Seite zur anderen, von Generation zu Generation. Denn die Prägung, die Sozialisation eines Menschen beginnt zumeist weit vor dessen Geburt, nur im Lichte der Vergangenheit können gegenwärtiges Denken und Handeln verstanden werden.

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Ulf Krone - Kleine RevolteKleine Revolte – Drei letzte Essays zur Verteidigung der Gewalt (epubli, 2012)

Mit drei letzten Essays zur Verteidigung der Gewalt schreibt Ich-Erzähler Dr. Benjamin Sachs, 43jähriger Philosophieprofessor an der Johannes Gutenberg Universität zu Mainz, vom Sommer 2009 bis Januar 2010 gegen eine Krise an, die in seinen Augen nur hinsichtlich des auslösenden Moments eine rein finanzwirtschaftliche ist. Darüber hinaus sieht er eine generelle menschliche Krise, deren Ursprung er in einer völlig kapitalisierten Welt findet, mit der die gesellschaftliche, psychologische und kulturelle Entwicklung nicht Schritt halten kann.
Seine Ausführungen entzünden sich immer wieder an der Schilderung seiner realen, sogenannten „kleinen Revolte“, die alle drei Essays durchzieht. Denn das letzte Mittel der Bürger zum Eingreifen in die pervertierte Wirtschafts-, Finanz- und die politische Welt sieht Sachs in der Gewalt, weshalb er diese selbst auch anwendet.
Mit gezielten Anschlägen versucht er, die verfilzten Strukturen von Wirtschaft und Politik aufzubrechen und den Bürgern dadurch ihre Teilhabe wiederzugeben. Die Bundestagswahl 2009 ist für Sachs jedoch letzter Beweis für die Unmöglichkeit, das System von innen heraus zu verändern, denn nichts verändert sich, und alles wird schlimmer. Mit der Ermordung zahlreicher Funktionsträger der Finanzwelt, dem Abbrennen von Bankhäusern und weiteren Bombenanschlägen geht seine kleine Revolte in ihre heiße Phase. Sachs tritt zwar nicht persönlich in Erscheinung, stellt aber anonyme Forderungen zur Umbildung des Staates.
Dabei entwirft er an der Schilderung seines Kampfes gegen die „Kapitalsphäre“ entlang die Utopie eines sozialen Kapitalismus, der nicht länger durch unsere repräsentative Form von Demokratie, sondern durch eine „Projekt-Demokratie“ mit wechselnden akademischen Fachgremien organisiert wird. Sachs verfolgt hierbei das Ziel der Überwindung der Berufspolitik sowie die Unterwerfung der Wirtschaft unter die Bedürfnisse der Menschen. Dafür, so ist er überzeugt, ist auch die Anwendung von Gewalt vollständig legitim. Ein Gedankengang, dem das Scheitern naturgemäß von Anfang an innewohnt!

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Reise aus Glas - Ulf KroneReise aus Glas (epubli, 2011)

Zwei Jahre nach dem Unfalltod seiner Lebensgefährtin und der gemeinsamen Tochter macht sich Pete, Privatdetektiv aus Berlin, auf den Weg in die Schweiz, um den Aufenthaltsort einer seit zwei Jahren verschwundenen, jungen Frau zu überprüfen. Ein Routineauftrag, so scheint es, doch damit beginnt eine Reise aus Glas, die ihm nicht nur das ganze Ausmaß menschlicher Abgründe sondern auch die Vergeblichkeit von Hoffnung in einer chaotischen, von Gier und Gewalt geprägten Welt vor Augen führt.
Vor dem Hintergrund der Anschläge des 11. Septembers 2001 läßt Pete gemeinsam mit der jungen Frau die postmoderne Welt hinter sich und begibt sich auf den Weg in die aus der Zeit gefallene Landschaft Südfrankreichs. Dort geraten sie in ein nomadisches Leben, das rasch bar allen modernen Ballasts ist und sie letztlich nur auf sich selbst und ihre tiefen Verletzungen zurückwirft.

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Die Trilogie

Die Poesie der Schritte

III Die Poesie der Schritte (epubli, 2015)

„Sein Blick ging in die Ferne, in der unter dem Druck seines stoischen Schrittes elegante, weiße Häuser auftauchten, wo später auch bald die Krankenhäuser und Universitätskliniken auftauchen würden. Dort lag sein Ziel, und er genoß die Zeitlosigkeit, durch die er trieb. Im Kopf versuchte er zu schätzen, welche Stunde geschlagen habe, doch hatte er außer einer vagen Schätzung des Sonnenstands keine verläßlichen Anhaltspunkte. Es ist Nachmittag, dachte er, das reicht.“

Ein Mann, ein Tag, eine Hauptstadt – ein Roman über den Weg durch ein Leben, durch eine Gesellschaft, gebündelt im Marsch durch die große Metropole.

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 FrescoII Fresco (epubli, 2015)

„So ist das Fresco denn vor Augen geführt, einzelne Fragmente zu einem Gesamtbild zusammengefügt worden, wobei die Farbe an manchen Stellen verblaßt sein mag, an anderen vielleicht zur Gänze fehlt, doch sind die Begebenheiten so wiedergegeben worden, wie es nur möglich war, versponnen durch den spekulativen Garn, auch den rekonstruierenden natürlich, des Verfassers. Alles hat sich verwoben zu einem undurchdringlichen Knäuel, dessen Knoten am Ende gewaltsam geöffnet werden mußte; so sieht es das Leben vor. Eine Familie hat sich ausgelöscht, und das schon durch die eigene Erschaffung, und am Ende bleibt eine einzelne Person übrig, ein letzter Farbtupfer am Rande des Bildes.“

Ein Alter und zwei Junge, gemeinsam verstrickt in einer Geschichte um Versäumnisse und daraus entstehender Schuld.

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MorgentauI Morgentau (epubli, 2015)

„Bilder einer Stadt; unten am Fluß die Gartenkolonie, die meisten davon mit kleiner Hütte bestückt. Dort, wo Feste gefeiert worden waren: die Rose, Adulescens, Freunde. Wenn es auf den Abend zuging, steckte man Kartoffeln auf Stöcke und hielt sie ins Feuer, dazu Schinken-Endstücke, die man für einen Spottpreis beim Fleischer kaufte. Dazu Apfelsaft, Apfelwein, Apfelkorn, selbstgepreßt, selbstgekeltert, selbstgebrannt. Später schlief man dann satt, angeheitert und bester Laune auf Strohmatten unter freiem Himmel, im großen Schwarz. Gemeinsam mit der Rose wegschlummernd erschien ihm alles selbstverständlich.“

Ein Alter und eine Junge treffen sich. Sie führen Unterhaltungen, lernen einander kennen, und dann stirbt der Alte, bevor alles von Neuem beginnt. Am Ende stirbt die junge Frau.

6 Kommentare zu “Bücher

  1. Pterry complecated and phylosophical thoughts. I am not sure there are some kind of common sense to solve these problems or even to understand them.

  2. LudwigFFM sagt:

    Moin,

    die Teaser lesen sich sehr spannend!
    Wenn mein „UngeleseneBücherStapel“ auch nur ein wenig abgenommen hat, werde ich ganz sicher auf deine zurück kommen.

    • docugraphy sagt:

      Vielen Dank für den netten Kommentar. 🙂
      In jedem Fall könntest Du Dich dann damit brüsten, einen der am seltensten gelesenen Autoren zu kennen 😉 (Ich bin so mies bei Eigenwerbung!!!)

  3. Patricia sagt:

    Eine spannende Zusammenstellung, da werde ich mir einige auf meine Liste schreiben .

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