Mayumba – The most beautiful beach in the world – Der schönste Strand der Welt

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From Mouila, we took a shared taxi via Ndendé to Tchibanga in the south. There were three women and a man with us, and the youngest of the women was a shy adolescent without a decent passport. All she had was a permit to go from Mouila to her village. There was a direct way, a bad dirt road without any public transport, so she took the common route which meant to go to Tchibanga and then change transport directly to her village. That should turn out to be one of the problems on that special day. Another one was the colour of our skin that seemed to be shouting “We have money to spare”. The third problem was the fact that our driver was only a part time driver during vacation time, and that meant that he didn´t know all the police and the Gendarmerie officers by name. Naturally, he bribed them, but they sensed that they could get more than the common angel´s share. Already at the first checkpoint, they started arguing with the girl about her not having an ID card, and at the second checkpoint, they wanted to check our yellow fever vaccination certification. After we had passed the junction with the dirt road to the girl’s village, it got worse.



Somewhere between Ndendé and Tchibanga, in the middle of the rainforest, there was a clearing with two open reed huts, simple shelters with chest-high walls made of clay, wooden poles and reed roofs. The road was blocked by a tree with a narrow passage on the right blocked by an oil barrel. A bored police officer came shambling across the lawn between the huts and the road, telling us to get out of the car and come over. We were reluctant at first, but the guy had a gun, and so we decided that it might do us some good getting out making a few steps after sitting around in the car for the last hours. In one of the huts, we sat down in front of a young officer who picked up a paper sheet from the floor behind his desk and started copying every single information from our passports before asking us questions such as “What is your parents’ profession?”, “What is the colour of your dog´s eyes?” and “What did you have for dinner three years ago?”. Then, he asked us for an expense allowance – of course, while his companion was tormenting the girl right next to us by talking endlessly in a military tone about responsibility and the importance of ID documents. To our right was a fireplace with a charred bottle hanging from the roof right above, behind the officer, I could see two bottles with a white fluid, home-brewed palm nut wine. They were all drunk, armed and greedy, so I gave them more than they deserved, and we were all free in the matter of ten seconds. But before we could proceed, I had to empty a glass of that palm nut wine with the young officer who told me what a good catch I´ve made with my wife. I just stared at the holster with his gun, smelling the alcohol from his breath. Then, we were allowed to leave.



Mayumba is no more than a small fishing village on an 80-kilometre-long but only one-kilometre-wide peninsula in the far south of Gabon. Around 60 kilometres are protected as a National Park together with a vast maritime area. Ten percent of the world´s humpback whale population can be found there as well as dolphins and others. The only accommodation at the shore of the Atlantic Ocean is the Hotel Mbidia Koukou with basic rooms with bucket shower and AC in small run-down huts. The staff at the hotel is very friendly, but there is not much to do in Mayumba other than taking long walks along the endless sandy beach or – if you´re a surfer – searching for the perfect wave. We thought of visiting the park, but 400 Euros for a two-hour-walk felt a little bit steep to us. The word goes in Gabon, that Mayumba beach is the most beautiful in the country, maybe in the world. But to be honest: everything is ruined when you are looking at what the waves spat out onto the beach. Plastic all over the place, but there are no people. The litter comes from the enormous Plastic Vortex in the southern Atlantic. You can find Brazilian hair wax boxes, Norwegian shaving cream bottles, syringes (even with needles), plastic parts from ships, buoys, shoes. Later, we heard of a dead whale found at Mayumba beach with 40 sacks of plastic litter found in his intestines. Right at the most beautiful beach in the world.




Von Mouila nahmen wir ein Sammeltaxi via Ndendé nach Tchibanga im Süden. Mit uns fuhren außerdem drei Frauen und ein Mann, und die jüngste der Frauen war sehr schüchtern und hatte keinen offiziellen Ausweis. Alles, was sie besaß, war ein Passagierschein von Mouila in ihr Heimatdorf. Es gab zwar einen direkten Weg, der aber eine schlimme Piste war, auf der kein Transport verkehrte, weshalb sie den üblichen Weg nach Tchibanga nahm, um dort in einen Transport in ihr Dorf zu wechseln. Das sollte eines der Probleme an diesem Tag sein. Ein weiteres war unsere Hautfarbe, die jedem zuzurufen schien „Wir haben Geld im Überfluss“. Und nicht zuletzt stellte es sich als problematisch heraus, dass unserer Fahrer den Job nur in den Ferien machte und daher nicht alle Polizisten und Gendarmen entlang des Weges beim Namen kannte. Selbstverständlich schmierte er sie alle, aber irgendwie schienen sie zu wittern, dass bei uns mehr als der übliche Anteil zu holen sein könnte. Schon am ersten Checkpoint begannen sie, mit dem Mädchen über den fehlenden Ausweis zu diskutieren, am zweiten fragten sie nach unseren Gelbfieber-Impfungen. Und nachdem wir den Abzweig zum Dorf des Mädchens passiert hatten, wurde es nur noch schlimmer.


Irgendwo zwischen Ndendé und Tchibanga, mitten im Urwald, kamen wir an eine Lichtung mit zwei Hütten, nicht mehr als Verschlägen mit brusthohen Lehmmauern, hölzernen Pfosten und einem schilfgedeckten Dach. Über die Straße lag ein Baum, nur rechts war eine schmale Durchfahrt, die von einem Ölfass versperrt wurde. Ein Polizist latschte gelangweilt über die Wiese zwischen den Hütten und der Straße und sagte uns, wir sollten aussteigen und zu den Hütten kommen. Zuerst waren wir widerwillig, aber der Typ hatte eine Pistole, und so entschieden wir, dass es nach den Stunden im Auto gar nicht schlecht sei, sich mal die Beine zu vertreten. In einer der Hütten nahmen wir am Tisch eines jungen Polizisten Platz, der ein schmutziges Blatt Papier vom Boden hinter seinem Schreibtisch aufhob und in ungelenken Zügen begann, wirklich jede Informationen aus unseren Pässen abzuschreiben, bevor er uns Fragen stellte wie „Was machen ihre Eltern beruflich?“, „Was ist die Augenfarbe ihres Hundes?“ und „Was hatten sie vor drei Jahren zum Abendessen?“. Dann bat er uns – natürlich – um eine Aufwandsentschädigung, während ein Kollege direkt neben uns das Mädchen mit einem Monolog über Verantwortung und die Bedeutung von Ausweispapieren quälte. Zu unserer Rechten war eine Feuerstelle, über der eine verkohlte Flasche hing, und hinter dem jungen Polizisten konnte ich zwei Flaschen mit einer weißen Flüssigkeit stehen sehen, selbstgebrauter Palmwein. Sie waren allesamt betrunken, bewaffnet und gierig, also gab ich ihnen mehr als sie verdienten, und wir waren nach zehn Sekunden frei. Bevor wir jedoch weiterfahren konnten, musste ich noch ein Glas vom Palmwein mit dem Polizisten kippen, der mich dazu beglückwünschte, was für einen guten Fang ich mit meiner Frau gemacht hätte. Ich starrte nur auf das Halfter mit der Pistole und konnte den Alkohol in seinem Atem riechen. Dann durften wir endlich gehen.



Mayumba ist nicht mehr als ein kleines Fischerdorf auf einer etwa 80 Kilometer langen, aber nur einen Kilometer breiten Halbinsel tief im Süden Gabuns. Etwa 60 Kilometer davon werden zusammen mit dem Meer davor als Nationalpark geschützt. Neben Delphinen und vielen weiteren Meerestieren gibt es dort etwa zehn Prozent der weltweiten Buckelwalpopulation zu bestaunen. Die einzige Unterkunft am Strand des Atlantiks ist das Hotel Mbidia Koukou, das sehr einfache Zimmer in runtergekommenen Hütten mit Eimer-Dusche und Klimaanlage hat. Die Mitarbeiter des Hotels sind sehr freundlich, aber es gibt nicht viel zu tun in Mayumba, abgesehen von ausgedehnten Spaziergängen am endlosen Strand oder – wenn man Surfer ist – der Suche nach der perfekten Welle. Wir hatten daran gedacht, den Nationalpark zu besuchen, aber 400 Euro für zwei Stunden Wanderung schien uns ein wenig happig. In Gabun hört man oft, dass in Mayumba der schönste Strand des Landes, vielleicht sogar der Welt liege. Die Wahrheit ist: das wird alles ruiniert beim Blick auf das, was die enormen Wellen Tag für Tag an den Strand spucken. Nirgendwo Menschen, und der Strand ist voll mit Plastik. Der Müll kommt aus dem großen südatlantischen Plastikstrudel. Man findet brasilianische Haarwachs-Verpackungen, norwegische Rasierschaumflaschen, Spritzen – zum Teil mit Nadel, Plastikteile von Schiffen, Bojen, Schuhe. Später hörten wir von einem verendeten Wal, der am Strand von Mayumba gefunden worden war. Man fand 40 Säcke Plastikmüll in seinem Bauch – am schönsten Strand der Welt.

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5 Kommentare zu “Mayumba – The most beautiful beach in the world – Der schönste Strand der Welt

  1. Birgit sagt:

    Traurig. Einfach nur traurig.
    Trotzdem, ohne den Plastikmüll wunderschöne Bilder.

  2. Ola sagt:

    Was für ein Abenteuer. Ja, Grenzüberquerungen, auch die für uns nicht nachvollziehbarer Grenzen, bleiben wohl noch lange abenteuerlich. Wir haben es nur zweimal ganz ohne Guide probiert und mir ist mehrfach das Herz stehen geblieben. Und dieser Strand mit seiner Zwiespältigkeit steht sicher für viele Plätze auf diesem Kontinent.

  3. dieasena sagt:

    das ist meegatraurig 😦 …

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