Mouila – A quiet place – Ein ruhiger Ort

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Mouila is indeed a quiet place – not to say sleepy. It is the capital of the Ngounié region, named after the river which is the most important tributary of the Oogué. 30.000 inhabitants are living in Mouila that is linked to Lambaréné and Libreville in the north as well as Ndendé in the south via another Route Nationale. That one is quite good because it got paved by an Italian company in the recent years. Nowadays, more people are using the overland route to go to the south, which means more visitors coming to Mouila. But it is still a rarely visited town in a rarely visited region. In this respect, the lack of any touristic infrastructure and the nearly complete inaccessibility of the beautiful rainforest hinterland might play a role.


After returning to Lambaréné from Port Gentil by boat, we got ourselves a shared taxi to Mouila with a funny driver and a funny lady who directed us to the Hotel du Lac Bleu right at the bank of the Ngounié river. On the way, we passed several police and Gendarmerie checkpoints. The driver and the lady seemed quite familiar with the traditional rituals as well as every single officer, always providing the correct amount of money along with the drivers license and the insurance papers and always striking the right tone when chatting with the officials. Furthermore, we recognized, that it is essential for the perfect Gabonese garden to have it equipped with a decently wrecked car or truck. Taste can be quite diverse.

Mouila consists of two parts, Rive gauche, left of the river, and Rive droite, the right side. The few hotels as well as the shops, markets and bars are on the left side, administrative and government buildings as well as the ridiculous estates of the vice president and his wife are found on the right side. Corruption is eye-catching, and even as a tourist one can´t fight the idea of burning it all down in the middle of the night in order to liberate the locals from that nonsense.

Hotel du Lac Bleu

Apart from that, the people of Mouila are really nice, even though alcohol plays a major role in many of their lives. Like everywhere else in the country, I didn´t feel comfortable enough to go on with my usual kind of photography. I like to document things that I see the way they are in the moment of discovery, and that means that I like shooting scenes without people noticing me (at least not before I took the picture) – without posing and without an invasion of privacy. It’s a ride on a razor blade and also quite tough being the tallest man around most of the time – equipped with a bright white skin amidst all the black locals. But in Gabon, we felt a subliminal tension between black and white, a kind of distrust towards the white expats, because when we told people that we were tourists from Germany and that we are not working in Gabon, that broke the ice most of the time. Even though the Gabonese made full use of their mobiles and smartphones, they seemed suspicious whenever I took out my camera anywhere in public. I received a lot of dark glances, so I took fewer and fewer pictures. I wasn´t keen on wearing a sign saying “I´m only a tourist from Germany, I don´t work here, and I´m going to leave the country in a few weeks!” in French.

Hotel du Lac Bleu

The back of Hotel du Lac Bleu – Hinter dem Hotel du Lac Bleu

The bird of Hotel du Lac Bleu – Der Vogel vom Hotel du Lac Bleu

Mouila ist tatsächlich ein ruhiger Ort – um nicht zu sagen: verschlafen. Dabei handelt es sich bei der Stadt immerhin um die Hauptstadt der Provinz Ngounié, die nach dem bedeutendsten Fluss der Region, dem wichtigsten Nebenfluss des Oogué, benannt ist. 30.000 Menschen leben in Mouila, das durch eine weitere Route Nationale mit Lambaréné und Libreville im Norden sowie Ndendé im Süden verbunden ist. Diese ist sogar richtig gut, denn sie wurde erst in den vergangenen Jahren von einer italienischen Firma ausgebaut, sprich: asphaltiert. Mittlerweile nutzen mehr und mehr Menschen den Landweg in den Süden, was mehr Besucher für Mouila bedeutet. Trotzdem bleibt es eine selten besuchte Stadt in einer selten besuchten Region. Diesbezüglich könnten das vollständige Fehlen einer touristischen Infrastruktur sowie die nahezu vollständige Unzugänglichkeit des reizvollen Regenwald-Hinterlands durchaus eine Rolle spielen.

What once was meant to be a restaurant – Was einst ein Restaurant werden sollte

Nachdem wir per Boot von Port Gentil nach Lambaréné zurückgekehrt waren, nahmen wir uns ein Sammeltaxi mit einem lustigen Fahrer und einer nicht minder amüsanten älteren Frau, die uns in Mouila zum Hotel du Lac Bleu direkt am Ufer des Ngounié lotste. Auf dem Weg passierten wir zahlreiche Gendarmerie– und Polizeikontrollen. Der Fahrer und die Frau waren mit allen traditionellen Ritualen vertraut und schienen darüber hinaus jeden Gesetzeshüter persönlich zu kennen, so dass sie stets den korrekten Geldbetrag zwischen dem Führerschein und den Versicherungsunterlagen verstauten und genau den richtigen Ton im Gespräch mit den Offiziellen anschlugen. Darüber hinaus lernten wir, dass ein echter gabunischer Garten nur perfekt ist, wenn er mit einem völlig zerstörten LKW- oder Autowrack bestückt ist. Geschmäcker sind verschieden.

Mouila besteht aus zwei Teilen, zum einen Rive gauche, dem linken Flussufer, zum anderen Rive droite, dem rechten Ufer. Die wenigen Hotels, die Läden, Märkte und Bars befinden sich auf der linken Seite, die Verwaltungs- und Regierungsgebäude sowie die lächerlich pompösen Ländereien, Bauwerke und Häuser des Vizepräsidenten und seiner Frau auf der rechten. Die Korruption ist derart augenfällig, dass man selbst als Tourist vom Gedanken heimgesucht wird, den gesamten Mist nachts einfach niederzubrennen, um die Einheimischen von diesem Schwachsinn zu erlösen.

Davon abgesehen sind die Einwohner von Mouila unglaublich freundlich, auch wenn Alkohol dort ebenfalls eine tragende Rolle im Leben vieler Menschen spielt. Wie überall sonst im Land konnte ich auch in Mouila nicht so fotografieren, wie ich es sonst gerne tue; die Atmosphäre passte nicht. Ich dokumentiere die Dinge gerne wie sie sich mir im Moment des Entdeckens präsentieren, was heißt, dass ich im Idealfall Szenen fotografiere, bevor die Menschen mich bemerken oder realisieren, dass ich fotografiere – ohne Posen und ohne ihre Privatsphäre zu verletzen. Das ist ein Ritt auf der Rasierklinge und außerdem verflucht schwer, wenn man meistens die größte Person weit und breit und darüber hinaus mit strahlend weißer Haut ausgestattet ist – inmitten der schwarzen Einheimischen. In Gabun spürten wir allerdings eine unterschwellige Spannung zwischen schwarz und weiß, eine Art Misstrauen gegenüber den weißen Expats. Denn wenn wir im persönlichen Gespräch erwähnten, dass wir Touristen aus Deutschland waren und nicht im Land arbeiteten, war das Eis zumeist gebrochen. Auch wenn die Gabuner selbst exzessiven Gebrauch von ihren Mobiltelefonen und Smartphones machten, waren sie misstrauisch, sobald ich nur die Kamera aus der Tasche zog. Ich erntete viele düstere Blicke, also machte ich weniger und weniger Bilder. Denn ich war nicht scharf darauf, mit einem Schild mit der Aufschrift „Ich bin bloß ein deutscher Tourist, ich arbeite hier nicht und werde das Land in wenigen Wochen wieder verlassen!“ auf Französisch rumzulaufen.

2 Kommentare zu “Mouila – A quiet place – Ein ruhiger Ort

  1. afrikafrau sagt:

    war wieder sehr interessant zu lesen

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