Libreville – No way out

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When you get off the plane as a northern or middle European in Libreville, it is like walking against a wall. It is the extreme humidity that hits you like a weight packed upon your chest. At least I felt so when we arrived at Libreville at half past seven in the evening, after a long day with flights from Frankfurt to Paris and Paris to Libreville with Air France. After having watched former Rugby players throwing around our luggage on the airfield of Charles de Gaulle airport in Paris. Just before we discovered all the holes in the rain covers of our backpacks as well as in my backpack itself.

We had booked a real bargain – for around 55 Euros per night, which is almost a steal in central Libreville. Like in nearly all hotels around the country, there was an AC that gave me the power to believe that I could survive this trip. We had chicken with rice in the attached restaurant but afterwards, we only left the room every now and then to smoke a cigarette in the hot and humid night air in front of the hotel.

To us, Libreville seemed like quite a pleasant capital, dominated by it´s colonial and post-colonial architecture with the shabby chic we all love about France. Libreville has around 700.000 inhabitants – a quickly growing number – as well as beautiful beaches, palm trees, good restaurants and an absurd amount of poverty. The gap between the poor and the rich has nowhere seemed deeper, bigger and as insurmountable to me as in Libreville – and later in all of Gabon. As you can guess, the expat rate is high in Libreville.

Our plan was to go to the country´s most famous place first, Lopé National Park, which should have been no problem, because the village of La Lopé is linked to Libreville by the Transgabonais. Unfortunately, vacation was ahead and the trains fully booked several days in advance. That is why we were told to go to PK 8 eight kilometres out of town in the direction of Bifoun, the junction where the RN1 (Route Nationale) is heading east toward Ndjolé and then through Lopé NP to La Lopé, following the Oogué, Gabon´s enigmatic and most important stream – the “Congo of Gabon”. PK 8 is the place where taxis, Clandos, minibuses, not so mini busses and all other transport gather, and there we should find a transport. But we already knew that the last stretch from Ndjolé to La Lopé would include a 101-kilometre-long section of difficult dirt road along the northern boundary of as well as through Lopé NP.

We actually bought two tickets to Ndjolé a day in advance without further problems, planting our buttocks on a small wooden bench in front of the shed the next morning around half past six. We expected to wait for a couple of hours, that´s part of the ritual and part of the fun. But what we didn´t expect was that after a couple of hours of waiting, we were told that there are no free seats and that we can´t go to Ndjolé that day. That was new to us. The guys didn´t have own means of transport, they just bought free seats in other company´s busses, and because of the starting vacation, there were none left for two German backpackers. At least we got our money back.

It was between ten and eleven, and I decided that we´re now going to hitch-hike. After a couple of minutes stopping cars and trucks along the road while walking with all our stuff towards PK 9, a guy told us that a friend of his would be driving to Ndjolé that day and he would call him to give us a lift. We waited at the Petro Gabon gas station telling the manager as well as all the employees our story, when the friend arrived in an already heavily stuffed Pick-up. They had the illusion of squeezing us on the back among all the others – with four backpacks and a tent. We told them to get lost and waited for the depression to come. But in the end, one of the super-friendly employees walked back with me to PK 8 and finally got us a van to Ndjolé with just enough free space. It was afternoon by then. To be continued…

Airport beach

Wenn man als Nord- oder Mitteleuropäer in Libreville aus dem Flugzeug steigt, ist es, als laufe man gegen eine Wand. Die extreme Luftfeuchtigkeit trifft einen völlig unvermittelt und erschwert wie ein Gewicht auf der Brust das Atmen. Zumindest fühlte es sich für mich so an, als wir abends gegen halb sieben in Libreville ankamen, nach einem langen Tag mit Flügen von Frankfurt nach Paris und von Paris nach Libreville mit Air France. Nachdem wir hatten mitansehen dürfen, wie ehemalige Rugby-Spieler unser Gepäck auf dem Rollfeld des Charles de Gaulle-Flughafens in Paris herumwarfen. Kurz bevor wir all die Löcher in den Regenhüllen sowie sogar darunter in meinem Rucksack entdeckten.

Wir hatten ein echtes Schnäppchen gebucht – 55 Euro pro Nacht, was in Libreville schon fast geschenkt ist. Wie fast alle Hotels im Land waren auch dort die Zimmer klimatisiert, was mich daran glauben ließ, dass ich diese Reise überleben könnte. Zum Abendessen hatten wir Hühnchen mit Reis im zugehörigen Restaurant, aber danach haben wir das Zimmer nur noch verlassen, um von Zeit zu Zeit eine Zigarette in der schwül-heißen Nachtluft vor dem Hotel zu rauchen.

Auf uns wirkte Libreville wie eine ganz angenehme Hauptstadt, dominiert von kolonialer und postkolonialer Architektur mit dem heruntergekommenen Charme, den wir alle in Frankreich so lieben. Libreville hat etwa 700.000 Einwohner – eine rasch wachsende Zahl – sowie wunderschöne Strände, Palmen, gute Restaurants und lächerlich viel Armut. Der Unterschied zwischen arm und reich ist mir nirgends tiefer, größer und unüberwindbarer erschienen als dort – und später im gesamten Land. Und wie man sich sicher denken kann, ist die Expat-Quote in Libreville äußerst hoch.

Wir hatten geplant, zuerst den berühmtesten (touristischen) Ort des Landes zu besuchen, den Lopé Nationalpark, was eigentlich kein Problem hätte sein dürfen, da das zugehörige Dorf La Lopé durch die Transgabonais mit Libreville verbunden ist. Leider standen die großen Ferien bevor, und die Zügen waren auf Tage hinaus ausgebucht. Deshalb sagte man uns, wir sollten zum PK 8 acht Kilometer außerhalb der Stadt an der Strecke nach Bifoun fahren, der Kreuzung, von der aus die RN1 (Route Nationale) nach Ndjolé Richtung Osten abzweigt, von wo aus sie weiter durch den Lopé NP und bis nach La Lopé führt, immer dem Oogué folgend, dem größten und wichtigsten Strom des Landes – dem „Kongo von Gabun“. Am PK 8 versammeln sich die Taxis, Clandos, Minibusse, die etwas größeren Busse und was es sonst noch an Transportfahrzeugen gibt. Dort sollten wir eine Transportmöglichkeit finden. Aber wir wussten bereits, dass das letzte Stück unserer Strecke gut 100 Kilometer üble Piste entlang der nördlichen Parkgrenze sowie geradewegs hindurch beinhaltete.

Wir hatten keinerlei Probleme, zwei Tickets nach Ndjolé für den nächsten Tag zu bekommen, und pflanzten unsere Hinterteile am nächsten Morgen gegen halb sieben auf eine schmale Holzbank vor dem Schuppen, an dem wir die Tickets gekauft hatten. Natürlich rechneten wir damit, ein paar Stunden warten zu müssen, bevor es losging. Das ist Teil des Rituals und des Spaßes. Womit wir aber nicht rechneten, war, dass man uns nach ein paar Stunden Warterei mitteilte, dass es keine freien Plätze gebe und dass wir heute nicht nach Ndjolé kommen. Das war mal etwas Neues. Die Typen verfügten gar nicht über ein eigenes Transportmittel, sie buchten bloß Plätze in den Bussen anderer Unternehmen, und aufgrund der bevorstehenden Ferien gab es keine freien Plätze mehr für zwei deutsche Rucksackreisende. Zumindest bekamen wir unser Geld zurück.

Es war etwa zwischen zehn und zwölf, und ich entschied, dass wir es nun per Anhalter versuchen sollten. Nachdem wir ein paar Minuten damit verbracht hatten, Autos und LKWs anzuhalten, während wir mit unserem Gepäck Richtung PK 9 gingen, sprach uns ein Einheimischer an, dessen Freund an diesem Tag nach Ndjolé fahre. Er werde ihn anrufen und zwei Plätze für uns klarmachen. Wir warteten an einer Petro Gabon Tankstelle und erzählten dem Manager sowie allen Angestellten unsere Geschichte, als der Freund in einem bereits aus allen Nähten berstenden Pick-up die Tankstelle ansteuerte. Die Beiden hatten die Illusion, dass sie auch noch uns irgendwie zu all den anderen auf der Ladefläche dazu packen könnten – inklusive vier Rucksäcken und eines Zeltes. Wir sagten ihnen, dass sie Land gewinnen sollten, und warteten darauf, dass sich die Depression einstellte. Dann aber ging einer der äußerst freundlichen Tankstellen-Angestellten mit mir zurück zum PK 8 und organisierte uns tatsächlich noch einen Van, der nach Ndjolé fuhr und gerade noch genügend freien Platz für uns beide bot. Da war es bereits Nachmittag. Fortsetzung folgt…

Seven in the morning at PK 8 – Um sieben Uhr am PK 8

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Ein Kommentar zu “Libreville – No way out

  1. afrikafrau sagt:

    eine typische Afrikageschichte, spannend erzählt, war überall dabei……..

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