Village des Tortues

Village des Tortues

Village des Tortues

Das Fischerdorf Ifaty-Mangily nördlich von Toliara (Tuléar) an der Südwestküste Madagaskars kommt auf den ersten Blick unscheinbar und abgelegen daher, nur durch eine Sandpiste mit dem etwa eine gute heftige Stunde mit dem Minibus oder dem Camion brousse entfernten Toliara verbunden. Auf den zweiten Blick stechen dann die wunderschönen, endlosen Sandstrände und das glatte, fast unbewegte Wasser ins Auge, da wenige Kilometer vorgelagert ein Hunderte Kilometer langes Riff liegt, an dem sich die Wellen brechen. Jenseits des Riffs ziehen dann – im Südwinter – die Buckelwale mit ihren Kälbern die Straße von Mosambik entlang.

Gut versteckt - Well hidden

Gut versteckt – Well hidden

Richtig interessant wird es schließlich am Rande des Dorfes, wo direkt neben dem grandiosen Arboretum Reniala das Village des Tortues zu finden ist, eine Auffangstation für Schildkröten – besonders die Strahlenschildkröte. Vom Zoll beschlagnahmt, aus illegaler Haltung befreit oder vorm Kochtopf gerettet, finden die seltenen und selbstverständlich endemischen Tiere im Village des Tortues ein Zuhause, bis sie bereit für die Auswilderung ganz im Süden des Landes nahe Taolagnaro (Fort Dauphin) sind. Fang und Schmuggel haben seit dem Putsch 2009 stark zugenommen, und der WWF rechnete 2011 mit 60.000 Schildkröten, die jedes Jahr auf der Insel für den Verzehr gefangen und getötet werden. Gegessen werden auf Madagaskar alle vorkommenden Schildkrötenarten – fünf Land- und drei Süßwasserschildkrötenarten sowie vier Meeresschildkrötenarten – illegalerweise, denn alle sind geschützt.

Knastbruder - Jailbird

Knastbruder – Jailbird

Strahlenschildkröte - Radiated Tortoise

Strahlenschildkröte – Radiated Tortoise

Die Mitarbeiter im Village des Tortues kümmern sich rührend um ihre Schützlinge, deren schiere Zahl die Verantwortlichen allmählich vor Probleme stellt. Denn die Tiere müssen in dem Alter und der Art entsprechenden Gehegen untergebracht werden, in denen sich schon jetzt Hunderte Tiere tummeln. Ein bis zwei Mal im Jahr geht es dann Richtung Süden zur Auswilderung – in der Hoffnung, dass die mühevoll aufgepäppelten Tiere nicht gleich wieder eingefangen werden.


The fishing village Ifaty-Mangily north of Toliara (Tuléar) at Madagascar’s south-western coast is a remote and uninspiring place – at first sight. It’s linked to Toliara by a rough and sandy dirt road, which takes you a good hour of a bone crushing drive in a minibus or a Camion brousse. But if you give it another glance, you’re first going to stumble over some beautiful and seemingly infinite beaches with a plain sea due to a reef only few kilometres off shore, where the waves break before hitting the beach. With several hundred kilometres length this reef is one of the largest on the planet. In southern winter beyond the reef Humpback Whales and their calves are moving up and down Mozambique Channel.

Kleine Wasserratte - Tiny water lover

Kleine Wasserratte – Tiny water lover

The really amazing stuff you find on the edge of the village, just a few hundred metres inland. Beside the sublime Arboretum Reniala, there is the Village des Tortues – a rescue centre for Tortoises, especially the rare and truly endangered Radiated Tortoise of Madagascar. Seized by customs, delivered out of illegal keeping or just saved from the boiler, those rare and endemic (what else?) animals find an occasional home at the Village des Tortues until being ready for the wilderness again. This wilderness is in the far south of the island near Taolagnaro (Fort Dauphin). Capture and smuggling are on the increase since the coup in 2009, and according to WWF numbers from 2011, 60.000 Tortoises are captured and killed every year for food. They do eat all species – five species of Tortoises as well as three species of freshwater turtles and four species of sea turtles – illegally of course, because all of them are endangered and protected.

In Reih und Glied im Schatten - In rank and file in the shade

In Reih und Glied im Schatten – In rank and file in the shade

Tarnung - Camouflage

Tarnung – Camouflage

It’s affecting to see how dedicated the people at the Village des Tortues take care of their tiny friends, but the sheer number of them is pushing all staff members as well as the compounds to their limits. The animals have to be arranged in different compounds according to age and species, where there already are hundreds of them. Once or twice a year some of them go on a journey down south for their reintroduction to the wild. Let’s hope, those arduously pepped up Tortoises won’t end up in captivity again – and too soon!

Langsamen Schrittes Richtung Freiheit - Crawling toward freedom

Langsamen Schrittes Richtung Freiheit – Crawling toward freedom

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3 Kommentare zu “Village des Tortues

  1. Imort sagt:

    Wunderschöne Tier – Da haben es uns die Indianer vor zwei Jahrunderten mehr als deutlich gesagt und wir halten uns für zivilisiert. Doch verinnerlicht haben wir die überlieferten Worte scheinbar immer noch nicht. ( „Erst wenn der letzte Baum gerodet,
    der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist,
    werden die Menschen feststellen, dass man Geld
    nicht essen kann“)

  2. emmabinois sagt:

    La dernière photo est magnifique !

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