Ranomafana – Where Chameleons hang on trees – Wo die Chamäleons von den Bäumen hängen

Ranomafana - Where Chameleons hang on trees - Wo die Chamäleons von den Bäumen hängen

Ranomafana – Where Chameleons hang on trees – Wo die Chamäleons von den Bäumen hängen

Along Madagascar´s eastcoast are the remainders of rainforests that used to cover the whole east flank of the island´s central highlands. The humid clouds coming from the Indian Ocean supply the steep slopes with huge amounts of rain along with devastating Cyclones, which are regularily making a havoc of parts of the island in the time between December and March. That´s what happened just early this year. Villages and fields have been destroyed, boats wrecked and roads have become impassable.


Eastern Madagascar´s rainforests are so called “Hotspots of Biodiversity”, an accumulation of species. There are so many different animals and plants in such little space like in only few other places on the planet. Most of them are endemic, which means that they only exist on Madagascar and most of the time just in a very narrow area. This is why most of the species are endangered if not on the brink of extinction because of hunting, gathering or loss of natural habitat.

Milne-Edwards-Sifaka

Milne-Edwards-Sifaka

On a hike through the National Park of Ranomafana – with more than 40.000 hectares the third largest reserve in Madagascar – by crossing Namorona River you enter a moist, green world full of life that is much qieter than one expected. But of course it´s the dense vegetation that dampens all noises, and the cracking and rustling of leaves and the undergrowth underneath your own strained steps is always louder than everything else.


The air is humid, it´s warm but not hot, because it´s a montane rainforest stretching up to 1.300m altitude. Butterflies like the enormous Comet moth are gliding along between the trunks; it´s dark under the forest canopy and the light cuts through the leaves in sharp splinters. Taking decent pictures is a true challenge at such conditions of illumination. As well as spotting animals. But the well trained guides know their stuff and they are able to even spot the smallest Gecko, the tiniest Mantis and the most vivid Lemur in the green chaos in front of your eyes.

Greater Bamboo Lemur, one of the most endangered species - Der Große Bambuslemur, eine der am stärksten bedrohten Arten

Greater Bamboo Lemur, one of the most endangered species – Der Große Bambuslemur, eine der am stärksten bedrohten Arten

Those plushy “Ghosts of the Dead” (Lemures, lat.) with the big eyes are the main tourist attraction of the park and, of course, hard to find. Still in 1986 the German Bernhard Meier randomly discovered the hitherto unkown Golden Bamboo Lemur in the forest of Ranomafana. It´s one of the rarest Lemurs, truly endangered and it´s status classified as “critical”. Just like the Greater Bamboo Lemur in Ranomafana that feeds on – you guessed it – bamboo, Cathariostachys madagascariensis to be exact, and this bamboo, of course, is endemic too. Or the extremely rare Red-bellied Lemur, or the Milne-Edwards-Sifaka… It goes on and on and on. If you´re lucky the guides spot those diurnal Lemurs up in the trees or even at eye level while nibbling on some bamboo, and there are many birds to watch as well.


But the true stars of Ranomafana are way smaller and to be honest: quite different, sometimes bizarre, and sometimes just strange. The true stars of the rainforest are reptiles and amphibians. There is a huge diversity of Frogs, Chameleons and Geckos inhabiting the ground and the undergrowth as well as higher levels in the forest skyscrapers. New species are discovered annually and it´s impossible not to stumble over tiny, well camouflaged frogs every three steps while hiking in Ranomafana.
On the contrary Chameleons are easier to find on a nightwalk while sitting on a twig or hanging from the tip of a leaf sleeping. Then they also aren´t changing color anymore, and illuminated by a torch they start to glow because of their skin reflecting the light and you can easily spot them in the covert. Among them are also specimens of the Brookesia species including Brookesia micra, the smallest reptile on earth. It could comfortably sit on on your thumbnail!


Big parts of the National Park of Ranomafana haven´t been explored yet because of the inaccessibility of the area as well as the nearly impenetrable forest. Biologists assume that there still is a vast number of species of animals and plants to be discovered. We can only hope that this unique biosphere can last long enough. For that reason locals have to be won over to be part of the solution/protection. Conservation has to be profitable, otherwise those last stretches of forest in Madagascar – and it´s denizens – will be gone forever in a matter of years. Thanx to post-colonial dependencies and the globalized “Blitzkrieg”-capitalism!

Chameleon tree - Chamäleon-Baum

Chameleon tree – Chamäleon-Baum

Entlang Madagaskars Ostküste erstrecken sich die letzten Reste eines Regenwaldes, der einst die gesamte Ostflanke des zentralen Hochlandes bedeckte. An den steilen Hängen regnet die Feuchtigkeit ab, die mit den Wetterfronten vom Indischen Ozean kommt. Zu denen gehören auch verheerende Zyklone, die regelmäßig zwischen Dezember und März Teile der Insel verwüsten. Erst Anfang des Jahres war es wieder so weit, Dörfer und Felder wurden dem Erdboden gleichgemacht, Boote zerstört und Straßen unpassierbar.


Die Regenwälder an Madagaskars Ostküste zählen zu den sogenannten „Hotspots der Biodiversität“, also Brennpunkten der Artenvielfalt. Hier gibt es so viele verschiedene Tier- und Planzenarten auf engem Raum wie sonst nur an wenigen anderen Orten auf der Welt. Und beinahe alle davon sind endemisch, das heißt, sie kommen nur auf Madagaskar und zumeist nur in einem eng begrenzten Gebiet vor. Fast alles ist – wie auf der gesamten Insel – vom Aussterben bedroht, durch Jagd oder den Verlust des natürlichen, ursprünglichen Lebensraumes.

Stuck inside the bamboo forest - Gefangen im Bambuswald

Stuck inside the bamboo forest – Gefangen im Bambuswald

Bei einer Wanderung im Nationalpark Ranomafana, dem mit über 40.000 Hektar drittgrößten Schutzgebiet Madagaskars, betritt man mit der Überquerung des Namorona eine feuchte, grüne Welt, die voller Leben, aber zuerst einmal viel stiller ist, als man das erwartet. Doch natürlich dämpft die dichte Vegetation alle Geräusche, und das Knacken und Knistern des Laubs und des Unterholzes unter den eigenen, angestrengten Schritten ist in jedem Fall lauter als alles andere.


Die Luft ist feucht, es ist warm, aber nicht heiß. Immerhin befindet man sich in einem Bergregenwald auf bis zu 1300 Metern Höhe. Überall gleiten elegante Schmetterlinge wie der riesige Kometenschweif zwischen den Stämmen umher, es ist dunkel unterm geschlossenen Blätterdach, welches das grelle Sonnenlicht nur in scharfen Streifen hindurchlässt. Fotografieren wird bei diesen Lichtverhältnissen zur Herausforderung. Tiere zu entdecken ebenso. Doch die gut ausgebildeten Naturführer kennen sich aus und können noch den kleinsten Gecko, die winzigste Sonnenanbeterin und den quirligsten Lemur im grünen Dickicht ausmachen.

Two in a tree - Zwei in einem Baum

Two in a tree – Zwei in einem Baum

Die plüschigen „Geister der Verstorbenen“ (Lemures, lat.) mit den riesigen Augen sind denn auch die Attraktion des Waldes und ebenfalls nicht allzu leicht zu finden. Noch 1986 hat der Deutsche Bernhard Meier eher zufällig den bis dahin unbekannten Goldenen Bambuslemur in den Wäldern von Ranomafana entdeckt, eine der seltensten Lemurenarten, deren Status als „kritisch“ eingestuft wird. So wie der des Großen Bambuslemurs, der sich in Ranomafana fast ausschließlich von Cathariostachys madagascariensis, einer selbstverständlich endemischen Bambusart ernährt. Oder der extrem seltene Rotbauchmaki, oder der Milne-Edwards-Sifaka, oder, oder, oder. Mit etwas Glück entdecken die Guides die – tagaktiven – Lemuren in den Wipfeln der Bäume oder sogar beim Fressen auf Augenhöhe, und auch zahlreiche Vögel können im dichten Wald beobachtet werden.


Die eigentlichen Stars sind allerdings andere, kleinere Bewohner des Regenwaldes, nämlich Reptilien und Amphibien. Riesig ist die Artenvielfalt an Fröschen, Chamäleons und Geckos, die Waldboden, Unterholz sowie auch die höheren Etagen der Bäume bevölkern. Jedes Jahr werden in den Regenwäldern Madagaskars neue Arten entdeckt, und es ist nahezu unmöglich, bei einer Wanderung in der Region Ranomafana nicht ständig über gut getarnte, zumeist winzige Frösche zu stolpern.
Chamäleons dagegen sind bei einer Nachtwanderung bedeutend einfacher zu entdecken als bei Tage, da sie dann schlafend auf Ästen sitzen, von Blattspitzen hängen und vor allen Dingen nicht die Farbe wechseln. Im Gegenteil: werden sie mit der Taschenlampe angeleuchtet, reflektiert ihre Haut das Licht, so dass sie relativ problemlos im Dickicht gefunden werden können. So auch Exemplare von der Gattung Brookesia, unter denen sich mit Brookesia micra das kleinste Reptil der Welt befindet. Es hätte bequem auf einem Daumennagel Platz!


Große Teile des Nationalparks Ranomafana sind bisher noch nicht erforscht, das Gelände ist steil und die Vegetation beinahe undurchdringlich. Biologen gehen davon aus, dass in diesen Wäldern noch zahlreiche bislang unbekannte Tier- und Pflanzenarten ihrer Bestimmung harren. Es bleibt also zu hoffen, dass dieser einzigartige Lebensraum weiter erhalten werden kann. Dafür müssen die Einheimischen für den Schutz von Flora und Fauna gewonnen werden. Naturschutz muss sich für sie lohnen, andernfalls werden auch die letzten Waldreste Madagaskars – und ihre Bewohner – bald Geschichte sein, dank fortbestehender, postkolonialer Abhängigkeiten und gnadenlosem, globalisierten „Blitzkrieg“-Kapitalismus.

Nocturnal skipper - Nächtlicher Hüpfer

Nocturnal skipper – Nächtlicher Hüpfer

Advertisements

24 Kommentare zu “Ranomafana – Where Chameleons hang on trees – Wo die Chamäleons von den Bäumen hängen

  1. super fotos!! ich würde sehr gerne mal nach Madagaskar!!

  2. Wundervolle Fotos, sehr schöner Bericht. Hoffentlich bleibt dieses Paradies erhalten, wenn auch die Chancen gering sind. Es wäre ein unendlicher Verlust, wenn es zerstört würde. Wichtig sind solche Berichte um uns immer wieder an die Empfindlichkeit der Natur zu erinnern.

  3. ohneeinander sagt:

    Die Farben der Tier sind toll 😍

    • docugraphy sagt:

      Da sind Chamäleons dankbare Motive: wenn sie nachts mit der Taschenlampe (und das war die einzige Lichtquelle!!!) angestrahlt werden, leuchten sie in diesen Neon-Farben 🙂

  4. afrikafrau sagt:

    Hat dies auf Faszination Afrika rebloggt und kommentierte:
    wieder ein deiner interessanten post mit wundervollen
    Fotos, lese und erinnere mich sehr gerne-

  5. Toll! Danke für diesen Bericht und die schönen Fotos! Oliver 2.0

  6. Maren Wulf sagt:

    Vielen Dank für den hochinteressanten Bericht und die vielen großartigen Fotos! Jetzt muss ich wohl auch noch Madagaskar auf die Reiseliste setzen… 😉

  7. BloggerIn50+ sagt:

    Ich liebe deine Berichte! Du gibst den mir fremden Ländern ein Gesicht und füllst meine mehr oder weniger abstrakte Vorstellung mit Leben. Danke dafür – das ist eine Gabe!

  8. wanjamenzel sagt:

    Grandiose Fotos!! Kann man es so richtig glauben, wenn man diese Tiere in echt sieht?? Sie sind einfach so unglaublich schön… Liebe Grüße, Wanja

    • docugraphy sagt:

      Vielen Dank für das Kompliment!
      Zur Frage: Nein, kann man nicht! Es sind zumeist zufällige Sichtungen, die man erst in den Stunden (und manchmal Tagen) danach richtig zu begreifen beginnt. Schon gar nicht, wenn man mal nachts in irgendeinem afrikanischen Urwald vor einem ein, zwei Zentimeter kleinen, grün leuchtenden Chamäleon steht 😉 Das ist erst einmal zu bizarr für einen Mitteleuropäaer wie mich, um es direkt begreifen und verarbeiten zu können.

      • wanjamenzel sagt:

        Das kann ich mir so gut vorstellen!! Ich sehe die nur die Fotos und bin überwältigt, und das, obwohl wir ja durch die Medien mit perfekten Fotos geradezu überflutet werden. Aber dann weiß ich dazuhin auch noch, dass Du sie selber gemacht, also diese Lebewesen auch gesehen haben musst, unfassbar:). Wie schön, dass ich an diesem Staunen und Zauber teilhaben darf! Dir danke!

      • docugraphy sagt:

        Vielen Dank! Das geht runter wie Öl, da ich feststellen musste, dass die einschlägigen (v.a. Print-, aber auch online-)Medien an solchen Bildern und Texten eigentlich gar nicht interessiert sind. Schön, dass ich so doch noch Menschen erreiche, die sich daran erfreuen können! 🙂

      • wanjamenzel sagt:

        Auf jeden Fall!!! Freue mich auf viele weitere Bilder:)

  9. Absolutely glorious captures of the Madagascar wildlife. Love „Chameleon tree,“ „Under the canopy,“ and „Frogs all over the place.“

  10. Wolfgang sagt:

    Unglaublich schöne Fotos, und der goldfarbene Falter – eine Wucht. Alle anderen Tiere allerdings ebenso. Gratuliere zu all diesen Aufnahmen. LG Wolfgang

  11. Also ich habe beim Lesen direkt Fernweh bekommen. Traurig, dass die Natur dort dermaßen bedroht ist…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s