Tsingy de Bemaraha II: Tsingy tsingy – On tiptoes – Auf Zehenspitzen

Tsingy de Bemaraha II: Tsingy tsingy – On tiptoes – Auf Zehenspitzen

Tsingy de Bemaraha II: Tsingy tsingy – On tiptoes – Auf Zehenspitzen

After a tropical night that had us soaked in sweat we faced the fact that our car was still standing on the other side of the river with it´s hood wide open. So we got on a pirogue and headed upstream Manombolo for “Petit Tsingy”, which is the southern end of the karst scenery. Tsingy de Bemaraha is a limestone slab that once used to be the ground of the ocean. It got elevated and today it stretches 100 kilometres from Manomobolo River up north as well as a maximum of 30 kilometres from inland westward. Along the bank of the river the limestone is sliced, because erosion is washing away softer types of rock, so the scenery truly resembles the Elbe Sandstone Mountains (Saxon Switzerland) at the Elbe River in eastern Germany. But inside the park weather has formed surreal, razor-sharp limestone spikes, on top of which bizarre Elephant´s Foot Trees, cactuses and even trees are growing.


There are many caves along the riverbank, in which you find colourful stalctites and stalagmites. Nearly every cleft has some roots grabbing hold of it; a lot of bird species like herons, kingfisher or parrots build their nests atop steep bluffs or branches. The inaccessibility of that place has also been used by the Vazimba people to lay their dead to rest. The Vazimba are a legendary ancient tribe, which people are said to have been the first settlers on the island. Little to nothing is known about the Vazimba, except for those graves right at Manombolo River, some more deep inside the Tsingy and a whole lot of legends.


Heading away from the river we crossed some dense dry forest that fills all the deep gaps and gorges between limestone formations before it got steeper and steeper. The vegetation slowly changed from lush to barren as we reached an observation platform with a lovely prospect on Manombolo River and gorge. In southern winter/dry season the brown river is sluggishly making it´s way toward the Indian Ocean and Mozambique Channel. From the observation platform we finally entered the maze of the small Tsingy, which are the southern entry to this unique geological formation.


After our return to our camp in the early afternoon the most unlikely happened: our car crossed the river. Thanks to a mechanic from Bekopaka and a spare part from Belo we could also spare ourselves another sweaty night under romantic Mango trees. Despite all of that we had planned to go the “Grand Tsingy” the other day, which included a 20 km-drive up north and that meant we needed Jocelyn and a working vehicle, if possible with an operating 4×4 drive.


The name Tsingy stems from malegasian „tsingy tsingy“, which means tiptoeing. The first people to explore Tsingy formations had no shoes, so they had to walk on tiptoes because of the razor-sharp limestone rocks. And indeed, it´s fairly easy to rip your clothes and even skin and flesh wide open if you grab those stones too hard.


Inside „Grand Tsingy“ you have to cross swingbridges that can be hazardous to some people as well as deep gorges with dense forest and tight caves. Altogether it´s a unique ecological system with a lot of Xerophytes, Aloe, orchids, Chameleons, Geckos, over 100 species of bird, eleven species of lemur and several other mammals, most of them endemic to Madagascar and this very area. Among those are the white Von-der-Decken-Sifaka, the Brown Maki and the Ring-tailed Mongoose, the most common and once biggest predator on Madagascar. Where the Ring-tailed Mongoose is native to Madagascar, the famous Fossa cat has reached the island later, presumably along with the first settlers.


After two nights in a hotel that supplies drivers with free rooms and food, as most of the hotels in Bekopaka offer, we finally headed south back to Morondava, well-rested because of some geckos and frogs in our reed hut that took care of flies and mozzies. The good spirits especially got a grip on Jocelyn, who must have had some bad experiences with less patient and more panicking tourists before, who probably also must have been less equipped, for instance without a tent. But on Madagascar transport means something else than in Europe. Temporal and spatial dimensions are radically different to our´s. “Mora mora”, calm calm, is an often used phrase on Madagascar. That ain´t an invitation to be lazy, it´s more aimed at adapting to situations and stay calm. And to be honest: you ain´t got an alternative if you´re travelling the island.

 

 


Nach einer tropischen, schweißtreibenden Nacht und der Erkenntnis, dass unser Mitsubishi Pajero noch immer friedlich mit geöffneter Motorhaube am gegenüberliegenden Ufer herumstand, ging es am nächsten Morgen per Piroge auf dem Manombolo zu den „Petit Tsingy“, die das südliche Ende der Karstlandschaft darstellen. Das Gebiet der Tsingy de Bemaraha ist eine Kalksteinplatte, die einst unter dem Meeresspiegel lag und sich heute auf etwa 100 Kilometern Länge und bis zu 30 Kilometern Breite vom Manombolo Richtung Norden erstreckt. Am Fluss haben die aufgeschichteten Kalksteinplatten Ähnlichkeit mit dem Elbsandsteingebirge, im Inneren haben Wind und Wetter surreale Kalksteinnadelfelder geschaffen, deren Ecken, Kanten und Spitzen messerscharf sind. Auf dem Kalkstein wachsen bizarre Pachypodien, „Elefantenfußgewächse“, zu denen auch die berühmte Madagaskarpalme zählt, Kakteen und sogar Bäume.

Von-der-Decken-Sifaka having breakfast - Von-der-Decken-Sifaka beim Frühstück

Von-der-Decken-Sifaka having breakfast – Von-der-Decken-Sifaka beim Frühstück

Do you point a tele at me? - Zielst du mit ´nem Tele auf mich?

„Do you point a tele at me?“ – „Zielst du mit ´nem Tele auf mich?“

Entlang des Flussufers sind zahlreiche Höhlen entstanden, in denen farbenprächtige Stalaktiten und Stalagmiten „wachsen“. In beinahe jeder Felsspalte krallen sich die Wurzeln der Bäume fest, und zahllose Vogelarten wie Reiher, Eisvögel oder Papageien haben ihre Nester auf den sicheren Vorsprüngen und Ästen gebaut. Diese Sicherheit des Steilufers haben auch die Vazimba genutzt, um dort ihre Verstorbenen in Felsspalten hoch über dem Fluss zur letzten Ruhe zu betten. Die Vazimba sind das mythische Ur-Volk Madagaskars, über das – bis auf jene Gräber am Manombolo sowie tief im Nationalpark Tsingy de Bemaraha – so gut wie nichts bekannt ist, abgesehen von einigen Legenden.


Vom Ufer aus geht es durch dichten Trockenwald, der überall in den Tsingys die Schluchten zwischen den Kalksteinformationen füllt, steil bergan, während die Vegetation immer karger und spärlicher wird. Schließlich erreicht man eine Aussichtsplattform hoch über dem Manombolo, der in der Trockenzeit im Südwinter braun und träge in Richtung Indischem Ozean und der Straße von Mosambik fließt. Danach erfolgt der Einstieg ins Felslabyrinth der kleinen Tsingys, das Südende dieser einzigartigen geologischen Formationen.


Nach unserer Rückkehr am Nachmittag querte dann tatsächlich unser Wagen den Fluss. Ein Mechaniker aus Bekopaka und ein Ersatzteil aus Belo machten es möglich, uns eine weitere Nacht im eigenen Saft unter den zugegebenermaßen idyllischen Mangobäumen zu ersparen. Außerdem sollte es am nächsten Tag zu den „Grand Tsingy“ weiter nördlich gehen, wofür wir in jedem Fall einen Fahrer und ein funktionierendes Auto benötigten.


Der Name Tsingy leitet sich ab vom madegassischen „tsingy tsingy“, was „auf den Zehenspitzen gehen“ bedeutet. Die ersten Menschen, die die Tsingys betraten, besaßen noch keine Schuhe, weshalb ihnen auf den scharfkantigen Felsen nichts anderes übrig blieb, als sich sehr vorsichtig und auf Zehenspitzen zu bewegen. Und tatsächlich: wenn man in den Tsingys unterwegs ist, läuft man ständig Gefahr, sich beim festen Zupacken die Handflächen aufzuschneiden oder sich schon bei einem leichten Stoß Kleidung und Haut aufzureißen.


In den „Grand Tsingy“ geht es über schaukelnde Hängebrücken, durch tiefe, bewaldete Schluchten und enge Höhlen, die die Tsingys durchziehen und ein einzigartiges Ökosystem bilden, das zahlreiche Trockenpflanzen wie Aloen und Orchideen sowie Chamäleons und Geckos, über 100 Vogel- und elf Lemurenarten sowie weitere Säugetiere beheimatet. Darunter befinden sich der weiße Von-der-Decken-Sifaka, der braune Maki sowie Ringelschwanzmungos, die häufigste Mangustenart auf Madagaskar und der ursprünglich größte Räuber des „achten Kontinents“. Die berühmte Fossa-Schleichkatze hat die Insel erst nachträglich erreicht.

Small furry animals - Kleine pelzige Tierchen

Small furry animals – Kleine pelzige Tierchen

Ring-tailed Mongoose - Ringelschwanzmungo

Ring-tailed Mongoose – Ringelschwanzmungo

Nach zwei Nächten im Hotel, das wie die meisten in Bekopaka den Fahrern freie Kost und Logis gewährt, ging es am Ende ausgeruht wieder zurück nach Morondava (auch dank der im Preis mit inbegriffenen Geckos und Frösche in unserer Schilfhütte, die sich dankenswerter Weise um Mücken und Fliegen kümmerten), was besonders Jocelyn freute. Er schien bereits schlechte Erfahrungen mit weniger geduldigen – vermutlich zeltlosen – Touristen gemacht zu haben. Doch auf Madagaskar meint der Begriff Transport etwas anderes als in Europa. Die zeitlichen und räumlichen Dimensionen unterscheiden sich grundlegend von unseren. „Mora mora“, ruhig ruhig, lautet ein oft benutztes Sprichwort im Madegassischen. Und das ist keine Aufforderung zur Faulheit, sondern meint eigentlich nur, sich den Gegebenheiten anzupassen und eben die Ruhe zu bewahren, da einem sowieso nichts anderes übrig bleibt.

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6 Kommentare zu “Tsingy de Bemaraha II: Tsingy tsingy – On tiptoes – Auf Zehenspitzen

  1. afrikafrau sagt:

    wieder ein interessanter Bericht und wundervolle Aufnahmen, in einer größeren
    netten Truppe unterwegs, war das leise beobachten nicht immer erfolgreich.
    länger schon her, erinnere ich mich gerne daran.

  2. afrikafrau sagt:

    nach einigen erfahrungen, habe selbst ich als frau später dies gewagt!!!

  3. […] Über die Hilfsbereitschaft vorüberfahrender Touristen breiten wir lieber den Mantel des Schweigens. Nur das junge deutsche Paar mit Jeep und Fahrer, das wir direkt nach der Panne angesprochen hatten und das uns als Reaktion wortlos stehengelassen hatte, soll an dieser Stelle Erwähnung finden. (Vielen Dank! Sonst wäre uns ein herrlicher Abend am Manombolo entgangen.) Glücklicherweise betrieb ein findiger Einheimischer mithilfe einiger Bänke, Tische, Schilfmatten und eines Dieselgenerators ein Hotely, eine typisch madegassische Garküche, in der es leckeren Fisch, Hühnchen und Reis unter Mangobäumen gab.         Fortsetzung folgt… […]

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